WLA-RÜST in Dienst gestellt

Nach einer Bauphase über mehrere Monate hinweg konnte nun unser neuer Wechselladeraufbau (WLA)-Rüst, mit 30. Juni 2021, in Dienst gestellt werden. Da es sich hierbei um einen zu ca. 75 % im Eigenbau hergestellten und annähernd zu 100 % selbst konstruierten Abroll-Container handelt, gilt ein ganz besonderer Dank an die Mitglieder der Projektgruppe WLA-Rüst unter der Gesamtleitung von Löschmeister (LM) Thomas Hanai (Initiator, Konstrukteur & Bauleiter), Brandmeister (BM) Christoph Hinterberger, BM Markus Prendinger, Verwalter (V) DI Andreas Bauer, Sachbearbeiter (SB) Lukas Potz, SB Markus Hanel sowie den zusätzlichen Unterstützern LM Ing. Thomas Kinsky, LM Ing. Johannes Wagrandl, LM Ing. Hans Schwarzott und Ehrenoberbrandinspektor (EOBI) Stefan Schneider.

In den vergangenen 2,5 Jahren wurden gemeinsam über 6.000 Gesamtstunden für die Detail-Planungen, die Anfertigung von unzähligen Konstruktionszeichnungen und dem eigentlichen Bau von den genannten Personen neben ihren beruflichen Aufgaben und ihren eigentlichen Tätigkeiten in der Feuerwehr investiert.

Das Projekt im Detail

Wechselladeaufbau – RÜST
Taktische Bezeichnung: WLA – Rüst
Baujahr: 2021
Aufbauhersteller: Fachfirma und Eigenbau
Verwendung und Besonderheiten: Der Wechselladeaufbau Rüst dient vorwiegend zur Unterstützung bei Einsätzen mit Wasserschaden, bei Ölschaden auf Land und Gewässer, bei Sicherungs- und Pölzarbeiten, Ausleuchten und Versorgung. Transportiert wird dieser mit dem Wechselladefahrzeug-Kran (Last2).

ENSTEHUNG:
Da unser Kleinrüstfahrzeug (Rüst 2), Baujahr 1991, nach 30 Jahren ersatzlos ausgeschieden werden musste, wurde der Vorschlag eines Containers im Jahr 2019 aufgegriffen. Gedanken über zusätzliche Abroll-Container gab es bereits zuvor, es fehlte nur ein Abstellplatz, welcher nun durch den Wegfall des Rüst 2 vorhanden ist. Bei dem Projekt WLA-Rüst sollten einige weiterverwendbare Gerätschaften aus dem Rüst 2 und auch bereits vorhandene und zum Teil im Feuerwehrhaus zwischen den Fahrzeugen oder anderen Räumlichkeiten gelagerte Gerätschaften/Materialien mit eingebaut werden. Diese können dadurch zentral gelagert und rasch an die jeweilige Einsatzstelle gebracht werden.

Unser ehemaliger Rüst 2 (Kleinrüstfahrzeug Sonder / KRF-S) auf Merdes 310 D
der von 1991 bis 2021 im Dienst stand und bei unzähligen Einsätzen eine wervolle Hilfe war –
Er war auch lange Zeit das Begleitfahrzeug unserer ehemaligen Kranfahrzeuge

KÜNFTIGE EINSATZSCHWERPUNKTE des neuen WLA-RÜST:
…wie zum Beispiel Wasserschaden, Ölspur, Schadstoff, diverse Sicherungs- und Pölzarbeiten, Versorgung, usw. konnten in diesem Container zusammengefasst werden. Der Vorteil dabei: – künftig sind alle angedachten Geräte an einem Ort – modular aufgebaut – vielseitig anwendbar – autark verwendbar. Vieles ist in entnehmbaren Euroboxen und einige der Gerätschaften auf drei speziellen Themen-Rollcontainer verlastet.

FINANZIERUNG:
Dieses Projekt wurde komplett aus Eigenmitteln finanziert. Da ein kompletter Neubau eines solchen Containers bei einem Aufbauer den Kostenrahmen gesprengt hätte, wurde lediglich das genau vordefinierte Containergerüst mit Abrollrahmen aus Haftungsgründen professionell angefertigt und geliefert. Alle anderen Einbauten wurden von der Projektgruppe in Eigenregie vorgenommen.

BAUPHASE:
Im Jahr 2020 wurde die Detailplanung vorgenommen und in Absprache mit den Fachgebieten unserer Feuerwehr, die Bestellung und der Bau des Grundcontainers bei einer österreichischen Fachfirma veranlasst. Nach Lieferung im Oktober 2020 konnte mit dem Einbau von sieben Geräteraum-Jalousien (welche als Einbausatz angekauft wurden), des Innenausbaues mit X-Profilen, sowie mit der Verkabelung der Elektrik und Steuerungseinheiten, samt Einbau der Beleuchtung begonnen werden.

Im Jänner 2021 konnte die komplette Design-Beklebung/Beschriftung mit hochreflektierenden Folien durchgeführt werden. Hier entschied man sich aufgrund der nicht einfachen Verklebung (vor allem auf den Geräteraum-Jalousien) und auch wegen der Spezialfolien diese bei einer Fachfirma durchführen zu lassen.

Der Innenausbau mit X-Profilen und Blechen erfolgte nach Eigenplanung im Feuerwehrhaus. Auf zwei angekaufte Rollcontainer mit Grundplattform wurden Geräte für Wasserschäden und Ölschaden, inklusive aller Halterungen, dann in Eigenregie erstellt. Ein dritter Rollcontainer mit Thema Pumparbeiten wurde dann noch komplett in Eigenregie hergestellt. Mitte März konnte dann mit den ersten Geräteeinbauten begonnen werden.

BELEUCHTUNG & STROMVERSORGUNG:
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die LED – Umfeld Beleuchtung, zwei LED-Heckblaulichter, sowie zwei orangene LED-Heckblitzlichter im Außenbereich des Containers montiert. Auch die einzelnen LED-Geräteraumbeleuchtungen wurden eingebaut und auf ihre Funktion getestet. Betrieben wird die komplette Beleuchtung über eine eingebaute Batterie mit verbautem Ladesystem. Die LED-Umfeld Beleuchtung, sowie die LED-Heckblitzlichter blau/orange können entweder über einzelne Drucktaster oder via Fernbedienung aktiviert werden. Im Heck, dem Geräteraum 7, wurde neben einigen Fächern zur Aufnahme von Schaltafeln, Kanthölzern und Tischgarnituren, auch der grundüberholte Auszugschlitten mit dem tragbaren 8 KVA Stromgenerator, samt Kabeltrommeln aus dem ehemaligen Rüst 2 verbaut. Über dem Auszugschlitten befinden sich noch Scheinwerfer und seitlich liegende Stative. Weitere Gerätschaften fanden in den anderen Geräträumen Platz.

ANMERKUNGEN:
Leider mussten die Arbeiten am WLA-Container auch immer wieder aufgrund der COVID-19-Verordnungen personell eingeschränkt bzw. zeitweise sogar komplett eingestellt werden. Ebenso machten die unerwarteten, weltweiten Materialpreiserhöhungen, vor allem bei Metall und Holz, die Arbeiten schwierig. Deshalb werden in einem weiteren Schritt noch fehlende Gerätschaften/Einbauten, sowie zusätzliche Materialien im neuen Container sukzessive ergänzt.

Künftig kann dieser WLA-Rüst auch bei Einsätzen außerhalb der Stadtgrenzen von Feuerwehren im Bezirk über die Bezirksalarmzentrale angefordert werden.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / Stefan Schneider & Projektgruppe WLA-Rüst
Beitrag erstellt durch EOBI Stefan Schneider

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