Unterstützung bei Landesübung der Österreichischen Rettungshundebrigade

Eine zweitägige Landesübung der Österreichischen Rettungshundebrigade (ÖRHB) fand am 10. und 11. Juli 2021 auf dem weitläufigen Gelände der ehemaligen Martinek Kaserne in Baden statt.

Bei der von ÖRHB Staffel Helenental und Wienerwald organisierten Übung unterstütze auch die Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt mit der Drehleiter. Die Teilnehmer hatten mehrere Stationen zu bewältigen, wobei der „Höhenflug“ auch ein besonderes Highlight an beiden Tagen war. Dabei ging es mit der Drehleiter in luftige Höhen und bis zu einem Dachboden. Dort gab es dann eine Gebäudesuche und anschließend wieder mit der Drehleiter hinunter. Es waren auch weitere anspruchsvolle Stationen dabei, die Hunde und Hundeführer gefordert hatten.

Die weiteren Stationen für die Hunde und Hundeführer:

  • Am Ende des Ganges: Suche in einem endlos langen Gang mit ebenso vielen Zimmern, in denen verschiedene Verstecke aufgebaut waren. Als Ablenkung gab es Beschallung mit Geräuschen verschiedenster Art.
  • Frau Doktor und das liebe Vieh: Eine Tierärztin unterrichtete in Erster Hilfe beim Hund; inklusive praktischer Übungen für alle Teilnehmer.
  • Der Weg ist das Ziel: Weg-Suche nach 2 Personen, wobei hier die Fundposition der Opfer korrekt über Funk an die Leitstelle übermittelt werden musste. Weiters wurden diverse medizinische Notfälle simuliert und es musste die entsprechende Erste Hilfe geleistet werden.
  • Kampfbahn: Ein Hindernisparcour mit 13 Herausforderungen war zu bewältigen. Dabei wurde die Zeit jedes einzelnen gemessen.
  • Quote Vadis: Die Landeseinsatzleiter frischten die Kenntnisse im Umgang mit Karte und Kompass, theoretisch und praktisch, auf.
  • Der Nebel des Grauens: Die Suche im Heizungskeller wurde mittels Nebelmaschine zu einer echten Herausforderung für die Teams.

Wir von der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt danken der ÖRHB Staffel Helenental für die Einladung bei dieser Übung dabei sein zu dürfen. So war es uns gleich möglich Erfahrungen austauschen und zu sehen wie eine andere Hilfsorganisation im Einsatzfall vorgeht.

ÖRHB Staffel Wienerwald

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt und Österreichische Rettungshundebrigade
Beitrag erstellt durch Stefan Schneider

WLA-RÜST in Dienst gestellt

Nach einer Bauphase über mehrere Monate hinweg konnte nun unser neuer Wechselladeraufbau (WLA)-Rüst, mit 30. Juni 2021, in Dienst gestellt werden. Da es sich hierbei um einen zu ca. 75 % im Eigenbau hergestellten und annähernd zu 100 % selbst konstruierten Abroll-Container handelt, gilt ein ganz besonderer Dank an die Mitglieder der Projektgruppe WLA-Rüst unter der Gesamtleitung von Löschmeister (LM) Thomas Hanai (Initiator, Konstrukteur & Bauleiter), Brandmeister (BM) Christoph Hinterberger, BM Markus Prendinger, Verwalter (V) DI Andreas Bauer, Sachbearbeiter (SB) Lukas Potz, SB Markus Hanel sowie den zusätzlichen Unterstützern LM Ing. Thomas Kinsky, LM Ing. Johannes Wagrandl, LM Ing. Hans Schwarzott und Ehrenoberbrandinspektor (EOBI) Stefan Schneider.

In den vergangenen 2,5 Jahren wurden gemeinsam über 6.000 Gesamtstunden für die Detail-Planungen, die Anfertigung von unzähligen Konstruktionszeichnungen und dem eigentlichen Bau von den genannten Personen neben ihren beruflichen Aufgaben und ihren eigentlichen Tätigkeiten in der Feuerwehr investiert.

Das Projekt im Detail

Wechselladeaufbau – RÜST
Taktische Bezeichnung: WLA – Rüst
Baujahr: 2021
Aufbauhersteller: Fachfirma und Eigenbau
Verwendung und Besonderheiten: Der Wechselladeaufbau Rüst dient vorwiegend zur Unterstützung bei Einsätzen mit Wasserschaden, bei Ölschaden auf Land und Gewässer, bei Sicherungs- und Pölzarbeiten, Ausleuchten und Versorgung. Transportiert wird dieser mit dem Wechselladefahrzeug-Kran (Last2).

ENSTEHUNG:
Da unser Kleinrüstfahrzeug (Rüst 2), Baujahr 1991, nach 30 Jahren ersatzlos ausgeschieden werden musste, wurde der Vorschlag eines Containers im Jahr 2019 aufgegriffen. Gedanken über zusätzliche Abroll-Container gab es bereits zuvor, es fehlte nur ein Abstellplatz, welcher nun durch den Wegfall des Rüst 2 vorhanden ist. Bei dem Projekt WLA-Rüst sollten einige weiterverwendbare Gerätschaften aus dem Rüst 2 und auch bereits vorhandene und zum Teil im Feuerwehrhaus zwischen den Fahrzeugen oder anderen Räumlichkeiten gelagerte Gerätschaften/Materialien mit eingebaut werden. Diese können dadurch zentral gelagert und rasch an die jeweilige Einsatzstelle gebracht werden.

Unser ehemaliger Rüst 2 (Kleinrüstfahrzeug Sonder / KRF-S) auf Merdes 310 D
der von 1991 bis 2021 im Dienst stand und bei unzähligen Einsätzen eine wervolle Hilfe war –
Er war auch lange Zeit das Begleitfahrzeug unserer ehemaligen Kranfahrzeuge

KÜNFTIGE EINSATZSCHWERPUNKTE des neuen WLA-RÜST:
…wie zum Beispiel Wasserschaden, Ölspur, Schadstoff, diverse Sicherungs- und Pölzarbeiten, Versorgung, usw. konnten in diesem Container zusammengefasst werden. Der Vorteil dabei: – künftig sind alle angedachten Geräte an einem Ort – modular aufgebaut – vielseitig anwendbar – autark verwendbar. Vieles ist in entnehmbaren Euroboxen und einige der Gerätschaften auf drei speziellen Themen-Rollcontainer verlastet.

FINANZIERUNG:
Dieses Projekt wurde komplett aus Eigenmitteln finanziert. Da ein kompletter Neubau eines solchen Containers bei einem Aufbauer den Kostenrahmen gesprengt hätte, wurde lediglich das genau vordefinierte Containergerüst mit Abrollrahmen aus Haftungsgründen professionell angefertigt und geliefert. Alle anderen Einbauten wurden von der Projektgruppe in Eigenregie vorgenommen.

BAUPHASE:
Im Jahr 2020 wurde die Detailplanung vorgenommen und in Absprache mit den Fachgebieten unserer Feuerwehr, die Bestellung und der Bau des Grundcontainers bei einer österreichischen Fachfirma veranlasst. Nach Lieferung im Oktober 2020 konnte mit dem Einbau von sieben Geräteraum-Jalousien (welche als Einbausatz angekauft wurden), des Innenausbaues mit X-Profilen, sowie mit der Verkabelung der Elektrik und Steuerungseinheiten, samt Einbau der Beleuchtung begonnen werden.

Im Jänner 2021 konnte die komplette Design-Beklebung/Beschriftung mit hochreflektierenden Folien durchgeführt werden. Hier entschied man sich aufgrund der nicht einfachen Verklebung (vor allem auf den Geräteraum-Jalousien) und auch wegen der Spezialfolien diese bei einer Fachfirma durchführen zu lassen.

Der Innenausbau mit X-Profilen und Blechen erfolgte nach Eigenplanung im Feuerwehrhaus. Auf zwei angekaufte Rollcontainer mit Grundplattform wurden Geräte für Wasserschäden und Ölschaden, inklusive aller Halterungen, dann in Eigenregie erstellt. Ein dritter Rollcontainer mit Thema Pumparbeiten wurde dann noch komplett in Eigenregie hergestellt. Mitte März konnte dann mit den ersten Geräteeinbauten begonnen werden.

BELEUCHTUNG & STROMVERSORGUNG:
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die LED – Umfeld Beleuchtung, zwei LED-Heckblaulichter, sowie zwei orangene LED-Heckblitzlichter im Außenbereich des Containers montiert. Auch die einzelnen LED-Geräteraumbeleuchtungen wurden eingebaut und auf ihre Funktion getestet. Betrieben wird die komplette Beleuchtung über eine eingebaute Batterie mit verbautem Ladesystem. Die LED-Umfeld Beleuchtung, sowie die LED-Heckblitzlichter blau/orange können entweder über einzelne Drucktaster oder via Fernbedienung aktiviert werden. Im Heck, dem Geräteraum 7, wurde neben einigen Fächern zur Aufnahme von Schaltafeln, Kanthölzern und Tischgarnituren, auch der grundüberholte Auszugschlitten mit dem tragbaren 8 KVA Stromgenerator, samt Kabeltrommeln aus dem ehemaligen Rüst 2 verbaut. Über dem Auszugschlitten befinden sich noch Scheinwerfer und seitlich liegende Stative. Weitere Gerätschaften fanden in den anderen Geräträumen Platz.

ANMERKUNGEN:
Leider mussten die Arbeiten am WLA-Container auch immer wieder aufgrund der COVID-19-Verordnungen personell eingeschränkt bzw. zeitweise sogar komplett eingestellt werden. Ebenso machten die unerwarteten, weltweiten Materialpreiserhöhungen, vor allem bei Metall und Holz, die Arbeiten schwierig. Deshalb werden in einem weiteren Schritt noch fehlende Gerätschaften/Einbauten, sowie zusätzliche Materialien im neuen Container sukzessive ergänzt.

Künftig kann dieser WLA-Rüst auch bei Einsätzen außerhalb der Stadtgrenzen von Feuerwehren im Bezirk über die Bezirksalarmzentrale angefordert werden.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / Stefan Schneider & Projektgruppe WLA-Rüst
Beitrag erstellt durch EOBI Stefan Schneider

Kindergruppe Natur Plus verhindert Waldbrand

Ein Ausflug der Kindergruppe Natur Plus ist es zu verdanken, dass es im Badener Waldgebiet nicht zu einem größeren Waldbrand kam.

Die Kindergruppe vom Talentesommer Baden waren am Mittwochvormittag (14.Juli 2021) vom Gasthof Rudolfshof in Richtung in Richtung Sparkassenwald unterwegs, als sie plötzlichen Brandgeruch und in Folge etwas abseits vom Wanderweg Rauch bei den Bäumen wahrgenommen hatten. Sie hielten daraufhin Nachschau. Die frühmorgendliche heftige Gewitterfront dürfte der Auslösegrund gewesen sein. Augenscheinlich liegt es nahe, dass einer der unzähligen Blitze in einen Baum eingeschlagen hatte und im Bodenbereich einen Brand auslöste.  Sofort verständigen sie die Feuerwehr über Notruf 122.

…„sie haben zwar mit 3l Wasser gelöscht, aber es raucht nach wie vor“…, schilderte die Betreuerin dem Leitstellenmitarbeiter der Feuerwehrbezirksalarmzentrale. Daraufhin wurde die örtlich zuständige Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt zu einem Kleinbrand alarmiert.

Das kleine Vorausfahrzeug konnte über Waldwege direkt bis auf Höhe der Einsatzstelle zufahren. Dort wurden sie von der Kindergruppe erwartet und eingewiesen. Circa 10 Meter vom Waldweg entfernt stand der betroffene Baum. Oberflächlich waren nach den Löschversuchen durch die Kindergruppe nur mehr die Brandspuren zu sehen, jedoch rauchte es noch leicht aus dem Boden. Mit Schanzwerkzeug lies der Feuerwehreinsatzleiter den Boden öffnen und mit Vornahme der Schnellangriffs-Löschleistung wurde der Waldboden und Wurzelbereich des Baumes ordentlich mit weiterem Wasser benetzt. Mittels der Wärmebildkamera konnten auch alle tieferliegende Glutnester aufgespürt werden. Die zwei weiteren ausgerückten Tanklöschfahrzeuge der FF Baden-Stadt, welche im Bereich Rudolfshof Aufstellung genommen hatten, konnten nach Rückmeldung vom Feuerwehreinsatzleiter wieder einrücken.

Jedenfalls hätte es durchaus zu einem größeren Waldbrand kommen können, wenn der tiefliegende Glimmbrand über längere Zeit unentdeckt geblieben wäre und der Waldboden wieder nach dem Regen austrocknet.

Danke nochmals an die Kindergruppe Natur Plus vom Talentesommer Baden für ihr umsichtiges Handeln!

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / Rainer Hohl / Stefan Schneider
Beitrag erstellt von Stefan Schneider

Türöffnung – Unfall in Wohnung wird vermutet!

Zu solch einem Einsatzgrund werden die ehrenamtlichen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt mehrmals im Jahr alarmiert. In den meisten Fällen wird die Feuerwehr durch Rettungs- oder Polizeikräfte zur Unterstützung angefordert.

So auch wieder einmal am 09. Juli 2021 in einem Badener Mehrparteienwohnhaus. Ein besorgter Hausbewohner rief zuvor bei der Stadtpolizei an. Da heutzutage die meisten Wohnungseingangstüren aufgrund diverser Sicherheitseinrichtungen und speziellen Sicherheitsschlösser nicht mehr leicht zu öffnen sind, werden seitens der Feuerwehreinsatzkräfte immer mehrere Zugangsmöglichkeiten zu einer betroffenen Wohnung erkundet. Während der eine Trupp direkt bei der Wohnungstüre den ersten Zugriff versucht. Im besten Fall ist die Wohnungseingangstüre nicht versperrt, werden durch die anderen Einsatzkräfte auch Zugriffsmöglichkeiten von außen über ein Fenster oder Balkon geprüft. Gerade an warmen Tagen ist die Chance ein gekipptes Fenster zu finden höher als an anderen Tagen. Zeitgleich werden im Hintergrund auch andere Möglichkeiten eines Aufenthalts der betroffenen Person über die Polizei oder von den Rettungskräften versucht zu erheben.

Wenn im Einsatzfall vor allem „nur“ ein Verdacht eines Unfalls vorliegt, versuchen die Feuerwehreinsatzkräfte so schonend wie nur möglich vorzugehen. Ist jedoch ein Notfall bestätigt, so wird aus Zeitgründen natürlich die schnellstmögliche Zugriffsart gewählt.  In diesem Fall war es unseren Feuerwehreinsatzkräften möglich über ein gekipptes Außenfenster beschädigungsfrei vorzugehen. Denn es kommt auch so wie hier manchmal vor, dass sich gar niemand in der Wohnung befindet und die betroffene Person wohlauf ist, aber sich gerade wo anderes aufhält als angenommen. Leider ist das aber nicht immer der Fall.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / Stefan Schneider
Beitrag erstellt durch Stefan Schneider