Schulung „Einsatzhygiene“

Bei einer Winterschulung der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt stand das Thema Einsatzhygiene am Ausbildungsplan.

Dieses Thema ist zwar nicht neu, nimmt jedoch von Jahr zu Jahr einen immer höher werdenden Stellenwert ein. Die Zeiten als es noch besonders „Cool“ unter den Feuerwehrleuten galt nach einem Brandeinsatz seinen total verrußten Feuerwehrhelm nicht gleich zu reinigen, oder die Einsatzbekleidung zu waschen, um diese des Öfteren auch über Wochen den Anderen zur Schau stellen zu können, sollte eigentlich längst Geschichte sein.  Sind doch die Giftstoffe mit denen wir heutzutage im Feuerwehrdienst konfrontiert werden weitaus höher und vor allem gefährlicher als noch vor Jahrzehnten.

Im Zuge der Schulung am Mitwoch den 22. Jänner 2020 wurden anhand von anschaulichen Beispielen mehrere Bereiche im Feuerwehdienst angesprochen, wo überall Gefahren auf uns lauern und wie wir damit künftig umgehen sollten. Auch welche Hilfsmittel uns schon jetzt vor Ort zur Verfügung stehen. Das nicht Alles von heute auf morgen genau umgesetzt werden wird ist den Ausbildner schon klar, jedoch sollte diese Schulung vor allem zur Bewusstseinsbildung dienen. Zur Wiederholung wurde auch das richtige Ausziehen der kontaminierten Einweghandschuhe nach einem Einsatz in Erinnerung gerufen.

Grundsätzlich hat sich diesbezüglich schon einiges in den letzten Jahren zum Positiven verbessert und immer häufiger sieht man auch, dass sich die Feuerwehrleute noch an der Einsatzstelle reinigen bzw. auch die kontaminierten Gerätschaften/Bekleidungen vor Ort zumindest grob säubern. Wir sollten uns aber noch mehr Gedanken darüber machen wie wir künftig damit umgehen wollen. Das ist ein Thema welches nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren betrifft, sondern auch die vielen Betriebs- und natürlich auch Berufsfeuerwehren. Wir in Österreich haben da gegenüber so manch anderer Ländern noch großen Aufholbedarf. Zwar wird dieses Thema jedem neuen Feuerwehrmitglied bei seiner Basisausbildung nähergebracht, jedoch betrifft dieses ja auch die „Älteren“ aktiven Feuerwehrleute in unseren Reihen.

Freiwillige digitale Wissensüberprüfung:
Am Ende gab es dann noch auf freiwilliger Basis eine Wissensüberprüfung in Form eines Online Live Quiz mit einigen Fragen aus der vorherigen Schulung. Jeder der wollte loggte sich mit seinem Handy über einen verschlüsselten Internetzugang ein und konnte so digital die jeweilige Frage über das einfache Tool im Livespiel beantworten. Jede der 10 Fragen wurde zuerst für Alle einzeln via Beamer auf die Projektionsfläche im Lehrsaal angezeigt. Anschließend gab es 4 mögliche Antworten zur Auswahl. Am jeweiligen eingeloggten Handydisplay waren dann 4 Auswahl Button für die Teilnehmer sichtbar. Innerhalb 3o Sekunden musste die jeweilige Frage beantwortet werden. Je schneller die richtige Antwort über einen der 4 möglichen Button am Handy nach Freigabe ausgewählt wurde, umso mehr Punkte konnte der einzelne Teilnehmer pro Frage erzielen. Die Schnellsten bzw. Punktestandführenden wurden auf der Projektionsfläche sofort Live angezeigt. So kam der Unterhaltungsfaktor also auch noch zum Zug.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / St. Schneider

Beitrag erstellt am 23. Jänner 2020
Stefan Schneider

Geplatzte Warmwasserleitung sorgt für Feuerwehreinsatz

Am Sonntagabend, dem 19. Jänner 2020, wurde die Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt zu einem Brandalarm (via TUS/Infranet) in einem Badener Hotelbetrieb alarmiert.

Als das erste Fahrzeug vor Ort eintraf, stellte sich dann jedoch ein ganz anderer Einsatzgrund dar. Zum Glück war kein Brand ausgebrochen. Durch einem auf die Zwischendecke montierten Rauchmelder, sowie aus einem Deckeneinbaustrahler floss Wasser. Die weitere Erkundung ergab dann, dass die in der Zischendecke vorbeiführende Warmwasserleitung geplatzt war und an mehreren Stellen Wasser aus der Dämmung austrat. Zwischenzeitlich traf auch ein Haustechniker vor Ort ein. Gemeinsam versuchte man ein geeignetes Absperrorgan aufzufinden. Ebenso galt es den betroffenen Bereich stromlos zu schalten und abzusichern. Um das Leck genauer eingrenzen zu können, musste die Dämmung teilweise entfernt werden.

Die eigentliche Reparatur der defekten Warmwasserleitung wurde anschließend durch den Hotelbetreiber veranlasst. Nach einer Stunde konnte der Feuerwehreinsatz beendet werden.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / S. Habres u. St. Schneider

Beitrag erstellt am 21. Jänner 2020
Stefan Schneider

Meine Feuerwehr im Internet

In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband hat Saferinternet.at Workshopkonzepte für Aktive Feuerwehrmitglieder sowie die Feuerwehrjugend zum Thema „Das Internet und meine Feuerwehr“ erarbeitet.

Am Mittwochabend, dem 15. Jänner 2020, konnte nun der erste Workshop dieser Art bei der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt stattfinden.

Als Feuerwehrmitglied ist man Teil einer großen Gemeinschaft, wo das „Wir“ über dem „Ich“ steht und hat eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft. Der eigene Ruf im Netz, z.B. das öffentliche Kommentieren und Posten in Social Media, fällt auch auf die Feuerwehr zurück.

340.000 Feuerwehrmitglieder gibt es in Österreich. Davon sind ca. 300.000 ehrenamtlich in den sogenannten Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden engagiert. Viele dieser ehrenamtlichen Mitglieder sind in den sozialen Netzwerken aktiv und stellen oft mit ihrem Profilbild oder anderen Informationen einen Konnex zur Feuerwehr her. So werden auch Fotos in Uniform als Profilbilder verwendet. „Profilbilder erscheinen neben dem geposteten Inhalt. Hier wird von der Öffentlichkeit sehr oft eine private Meinung als Feuerwehrmeinung interpretiert, womit sie eben keine private mehr ist“, erklärt Richard Berger vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband. Auch die Konsequenzen der Veröffentlichung von vermeintlich lustigen Fotos wird oft unterschätzt: „Dies ist kein Feuerwehrphänomen. Es passiert häufig, dass Fotos falsch verstanden werden, zu Missverständnissen und unbeabsichtigten Beleidigungen führen und dann für Aufsehen sorgen, welches der Privatperson, aber auch der Feuerwehr schaden kann.“

Der Verein Saferinternet.at hat dazu bereits vor Jahren als Kompetenzstelle in Österreich mit Aufklärungsarbeit begonnen. Hier wurden bis dato Workshops für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen sowie seit kurzem auch für Seniorinnen und Senioren angeboten. „Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband und Saferinternet.at haben gemeinsam das Angebot weiterentwickelt und einen Workshop für Feuerwehrmitglieder geschaffen“, so Berger.

Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Verknüpfung der Bewusstseinsbildung über die „Gefahren“ im Internet mit dem „Hobby Feuerwehr“, welchem immerhin jede/r 25. Bürgerin und Bürger nachgeht. „Als Feuerwehrkommandant bin ich verantwortlich für die Vorgänge in der Feuerwehr und die Außenwirkung. Die Bewusstseinsbildung ist definitiv der richtige Weg und wird von uns sehr gerne angenommen“, erklärt Mag. Gerald Peter, Kommandant der Feuerwehr Baden-Stadt, wo am 15. Jänner der erste dieser Workshops stattfand. „Für uns ist es toll, dass es dieses Angebot gibt, da man auch beim Betreiben seines Profils oftmals betriebsblind wird oder einfach auf gewisse Einstellungen gar nicht denkt“, so Celine Kaluzik, eine Teilnehmerin der Feuerwehr Baden-Stadt.

Seit Anfang Jänner 2020 können sich die Feuerwehren aus ganz Österreich anmelden. Der Kurs wird von Trainerinnen und Trainern des Vereins Saferinternet.at mit Unterlagen, welche gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband erstellt wurden, abgehalten. Dabei werden auch aktuelle Beispiele aus dem Netz gezeigt und die Trainerinnen und Trainer erklären dabei die Außenwirkung, also wie sie als Außenstehende das Bild sehen: „Wir sind zum Großteil nicht bei der Feuerwehr engagiert und wollen den Ehrenamtlichen, die eine großartige Freizeitbeschäftigung betreiben und dabei mehr als einer Berufung folgen, zeigen, wie wir von außen manche Bilder deuten würden“, erklärt der Trainer des ersten offiziellen Workshops, Mag. Alen Velagic von Saferinternet.at.

In den zweistündigen Workshops für Aktive Feuerwehrmitglieder bzw. die Feuerwehrjugend stehen daher die Themen Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken, der Ruf im Netz sowie die Feuerwehr im Internet im Mittelpunkt. Unter anderem sollen folgende Fragen behandelt werden: Welche sozialen Netzwerke gibt es und wie nutze ich sie sicher? Wie kommt es zum Ruf im Netz und wie kann ich ihn gestalten? Was soll ich posten und was lieber nicht? Wie ist die Feuerwehr im Internet vertreten und was wird wie kommuniziert? Wie kann die Feuerwehr soziale Netzwerke erfolgreich nutzen, um beispielsweise Mitglieder zu gewinnen?

Damit die ersten Feuerwehren einen besonderen Bonus erhalten, hat der Österreichische Bundesfeuerwehrverband einen Partner ins Boot geholt. FELIX AUSTRIA, langjähriger Partner der österreichischen Feuerwehren, übernimmt die Kosten für die Vortragenden der ersten 80 Workshops in Österreich. Viele Plätze sind aber nicht mehr frei: „Die Kurse werden enorm gut angenommen. In den ersten drei Wochen haben wir bereits über 60 Termine in ganz Österreich vergeben, noch bevor überhaupt ein Workshop stattgefunden hat“, so Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer von Saferinternet.at.

Quelle:  BR Andreas Rieger u. ABI Richard Berger ÖBFV
Fotos: © FEUERWEHR.AT | R. Berger
Bilder vom Flyer: www.saferinternet.at

Österreichischer Bundesfeuerwehrverband

Saferinternet.at

Beitrag erstellt am 16.Jänner 2020
Stefan Schneider

Englisch im Feuerwehrdienst

lautete vergangene Woche (08.Jänner 2020) das Thema bei einer Winterschulung der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt. Aufgrund der Tourismusausrichtung der Stadt und der zahlreichen Tourismusbetriebe im Einsatzgebiet der FFBS, wurde damit der Grundstein zur feuerwehrfachlichen Sprachausbildung der Mannschaft gelegt.

Jährlich besuchen tausende Gäste die Kurstadt Baden. Dabei handelt es sich sehr häufig auch um fremdsprachige Reisende die eine der zahlreichen Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten oder Einrichtungen der Biedermeier-Stadt besuchen. Viele von ihnen übernachten auch in den Hotel- und Beherbergungsbetrieben. Im Zuge unserer Einsatztätigkeit ist es immer wieder notwendig, sich auch mit nicht Deutsch sprechenden Personen zu verständigen. Und nicht alle unserer Mitglieder hatten bisher die Möglichkeit eine Fremdsprache so zu erlernen, dass auch einsatzspezifische Anforderungen damit abgedeckt werden können.

Da es für die nicht Englisch sprechenden Feuerwehrmitglieder auch umsetzbar sein sollte, entschied man im ersten Schritt ein Basis Grund-Wissen für die jeweilige Einsatzart zu vermitteln. Dazu konnte die Ehefrau von einem unserer Feuerwehrmitglieder gewonnen werden. Frau Mag. Angelika Czaker ist Lehrerin und unterrichtet auch die Fremdsprache Englisch.

Noch vor der Winterschulung wurden von ihr, in Absprache mit unserem Ausbildungsleiter Brandmeister Fritz Beichbuchner, mehrere Fach-Begriffe bzw. fertige Kurztexte für verschiedene Standart-Einsatzarten (z.B.: Aufzug – Unfall – Hotel), sowie zusätzliche Vokabeln für Basiswissen und Vokabeln für Fortgeschrittene in Deutsch/Englisch erstellt. Alles über ein praktisches Lern-Tool zum Erlernen und Üben via Smartphone oder PC.

Nach einer kurzen Einweisung waren dann bei der eigentlichen Schulung auch Alle gleich miteingebunden und konnten via Smartphone bereits mit den ersten Lern-Anwendungen starten. Bei den verschieden gestellten Aufgaben dauerte es nicht allzu lange bis alle anwesenden Teilnehmer der Ehrgeiz packte und sich voll ins Zeug legten – ob „Jung“ oder „Alt“.

Es war somit ein voller Erfolg und ein erster Schritt in eine neue Richtung, war man sich am Schluss der zirka 1,5-stündigen Schulung einig.

Alle Kurztexte und Vokabeln in Deutsch/Englisch stehen der Einsatzmannschaft derzeit auch am Einsatzleiter-Handy direkt vor Ort zur Verfügung und sollen dann auch laufend ergänzt werden. Die zusätzliche Anschaffung eines mobilen digitalen Sprachübersetzungsgerätes wird ebenso in Betracht gezogen.

Wir möchten uns auf diesem Weg nochmals bei Frau Mag. Angelika und Ing. Alfred Czaker für ihre Unterstützung bedanken.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / Christoph Hinterberger
Bericht & Sreenshots/Grafiken: Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt / Schneider

Beitrag erstellt am 17. Jänner 2020
Stefan Schneider